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Grunderwerbsteuer 2025: Wie hoch? Berechnung & alle Bundesländer

Geprüft von Victor Alarcon

Sie haben eine Traumimmobilie gefunden und fragen sich jetzt: Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer? Die Antwort hängt nicht von Ihrem Einkommen ab, sondern schlicht vom Bundesland, in dem Sie kaufen. In Bayern zahlen Sie auf einen Kaufpreis von 300.000 Euro genau 10.500 Euro an den Fiskus – in Nordrhein-Westfalen wären es 19.500 Euro. Dieser Artikel zeigt Ihnen die konkreten Sätze in allen 16 Bundesländern, stellt eine vollständige Vergleichstabelle bereit und erklärt, wann Sie die Steuer absetzen können.

Niedrigster Steuersatz (Bayern): 3,5 % ·
Höchster Steuersatz (NRW, SH, SL, TH): 6,5 % ·
Beispielrechnung (Bayern, 300.000 €): 10.500 € ·
Bundesweiter Durchschnitt: ca. 5,0 % ·
Bemessungsgrundlage: Kaufpreis (ohne Nebenkosten)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Fünf Fakten zur Grunderwerbsteuer, die jeder Käufer kennen sollte:

Niedrigster Steuersatz 3,5 % (Bayern)
Höchster Steuersatz 6,5 % (NRW, Schleswig-Holstein, Saarland, Thüringen)
Bundesdurchschnitt ca. 5,0 %
Grunderwerbsteuer 2025 Keine bundesweite Änderung geplant
Beispiel 300.000 € in Bayern 10.500 €

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Bayern bei einem Kaufpreis von 300.000 €?

Berechnung der Grunderwerbsteuer in Bayern

  1. Kaufpreis: 300.000 €
  2. Steuersatz Bayern: 3,5 %
  3. Berechnung: 300.000 € x 0,035 = 10.500 €

Die Rechnung ist denkbar einfach: Der mehrwertsteuerrechner.de Vergleichstabelle zufolge liegt der bayerische Satz seit 1998 unverändert bei 3,5 Prozent. Damit ist Bayern das günstigste Bundesland für Immobilienkäufer.

Aktueller Steuersatz in Bayern: 3,5 %

Das Bayerische Landesamt für Steuern (offizielle FAQ) bestätigt diesen Satz. Wer in München, Nürnberg oder Augsburg kauft, muss also 10.500 Euro allein für die Grunderwerbsteuer einplanen – zuzüglich Notar- und Grundbuchkosten sowie Maklerprovision.

Der Standort macht den Unterschied

Ein Käufer in Bayern spart bei einem 300.000-Euro-Objekt im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen 9.000 Euro. Das Geld fehlt dann für die Sanierung oder die Tilgung.

Bayern bleibt damit das günstigste Bundesland für Immobilienkäufer – der Standort entscheidet über Tausende Euro Steuerlast.

TL;DR: Bayern verlangt 3,5 % Grunderwerbsteuer – bei 300.000 € Kaufpreis sind das 10.500 €. Wer in einem teuren Bundesland kauft, zahlt bis zu 9.000 Euro mehr.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Deutschland?

Übersicht der Grunderwerbsteuersätze nach Bundesland

Die gute Nachricht: Die Steuer ist berechenbar. Die schlechte: Sie variiert stark.

16 Bundesländer, 6 verschiedene Steuersätze – die Spanne ist groß. Hier die vollständige Übersicht für 2025 (basierend auf öffentlich zugänglichen Vergleichsübersichten):

Bundesland Steuersatz 2025 Gültig seit
Bayern 3,5 % 01.01.1998
Sachsen 5,5 % k.A.
Baden-Württemberg 5,0 % 05.11.2011
Niedersachsen 5,0 % 01.01.2014
Rheinland-Pfalz 5,0 % 01.03.2012
Sachsen-Anhalt 5,0 % 01.03.2012
Thüringen 5,0 % 01.01.2024
Bremen (bis 30.06.2025) 5,0 % 01.01.2014
Bremen (ab 01.07.2025) 5,5 % 01.07.2025
Hamburg 5,5 % 01.01.2013
Berlin 6,0 % 01.01.2014
Hessen 6,0 % 01.08.2014
Mecklenburg-Vorpommern 6,0 % 01.07.2019
Brandenburg 6,5 % 01.07.2015
Nordrhein-Westfalen 6,5 % 01.01.2015
Saarland 6,5 % 01.01.2015
Schleswig-Holstein 6,5 % 01.01.2014

Quellen: mehrwertsteuerrechner.de, Wüstenrot, Immofux.

Der größte Sprung

Zwischen dem günstigsten Bundesland Bayern und dem teuersten Bundesland Nordrhein-Westfalen liegen fast 50 % mehr Steuerbelastung auf den gleichen Kaufpreis.

Was das bedeutet: Wer in Köln oder Düsseldorf kauft, trägt eine erheblich höhere Abgabenlast als ein Käufer im nahegelegenen Rheinland-Pfalz. Die Wahl des Bundeslandes ist der entscheidende Faktor für die Höhe der Steuerlast.

TL;DR: Der Steuersatz reicht von 3,5 % (Bayern) bis 6,5 % (sechs Bundesländer). Ein Umzug in ein günstigeres Bundesland kann tausende Euro sparen.

Was ist die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer?

Kaufpreis als Grundlage

  • Die Steuer wird auf die Gegenleistung berechnet – das ist in der Regel der Kaufpreis.
  • Nebenkosten wie Maklergebühren oder Notarkosten sind nicht Teil der Bemessungsgrundlage.

Das Wüstenrot Ratgeberportal stellt klar: „Die Grunderwerbsteuer ist eine Erwerbssteuer auf Immobilien und Grundstücke” und bemisst sich rein nach dem Kaufpreis. Das Dr. Klein Ratgeber bestätigt, dass auch der Kauf eines unbebauten Grundstücks voll besteuert wird.

Welche Kosten fließen in die Bemessungsgrundlage?

Das ist der häufigste Irrtum beim Immobilienkauf: Die Grunderwerbsteuer wird nur auf den reinen Kaufpreis des Grundstücks und des Gebäudes erhoben. Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören die Kosten für den Notar, das Grundbuchamt oder die Maklerprovision. Auch die Kosten für ein eventuell eingebautes Mobiliar (Küche, Badausstattung) sind separat auszuweisen.

Die klare Trennung macht die Steuer berechenbar – aber viele Käufer vergessen, dass sie den vollen Kaufpreis inklusive der Nebenkosten von bis zu 15 % finanzieren müssen.

Das bedeutet: Die Bemessungsgrundlage ist ausschließlich der reine Kaufpreis, nicht die Gesamtkosten des Erwerbs.

Kann ich die Grunderwerbsteuer in meiner Steuererklärung absetzen?

Abzug bei Vermietung

  • Vermieter: Grunderwerbsteuer als Werbungskosten absetzbar.
  • Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Gebäudes (50 Jahre).

Wenn Sie die Immobilie vermieten, wird die Grunderwerbsteuer Teil der Anschaffungskosten und kann jährlich mit 2 % abgeschrieben werden. Das Taxfix Ratgeber erläutert, dass die Steuer so über fünf Jahrzehnte verteilt wird und damit die steuerliche Last mindert.

Kein Abzug bei Selbstnutzung

Anders sieht es für Selbstnutzer aus: Sie können die Grunderwerbsteuer nicht in der Steuererklärung geltend machen. Das Finanzamt wertet die Steuer als Teil der reinen Lebenshaltungskosten – ein klassischer Fall von „nicht abzugsfähigen Kosten der privaten Lebensführung”.

Für Selbstnutzer ist die Steuer ein verlorener Posten. Für Vermieter wird sie über 50 Jahre abgeschrieben – ein entscheidender Unterschied in der Investitionsrechnung.

Weitere Informationen zum Absetzen von Steuern finden Sie in unserem Ratgeber Kfz-Versicherung in der Steuererklärung absetzen.

Wie kann ich die Grunderwerbsteuer reduzieren?

Steuerbefreiungen und Ausnahmen

  • Erbschaft oder Schenkung: oft steuerfrei.
  • Erwerb zwischen Eheleuten während der Insolvenz: möglich.
  • Unbebaute Grundstücke unter bestimmten Voraussetzungen.

Das Wüstenrot Portal und die Berliner Sparkasse weisen darauf hin, dass bestimmte Erwerbe von der Grunderwerbsteuer befreit sind. Dazu zählen insbesondere Erbschaften und Schenkungen unter Lebenden, die der Schenkungsteuer unterliegen. Auch der Erwerb durch den Ehegatten während eines Insolvenzverfahrens kann steuerfrei bleiben.

Gestaltung des Kaufvertrags

Eine „kreative” Gestaltung des Kaufpreises ist nicht zu empfehlen. Wer den Kaufpreis künstlich niedrig ansetzt, um Steuern zu sparen, riskiert die Prüfung durch das Finanzamt – im schlimmsten Fall droht eine Schenkungsteuernachzahlung.

Wer die Steuer legal drücken will, hat nur wenige Hebel. Der effektivste ist der Umzug in ein günstigeres Bundesland – oder der Erwerb im Rahmen einer Erbschaft.

Weitere steuerliche Grundbegriffe erklärt unser Artikel Steuerfrei: Bedeutung, Freibeträge und Beispiele 2025.

Bestätigte Fakten

  • Bayern: 3,5 % (offiziell)
  • NRW: 6,5 % (offiziell)
  • Bemessungsgrundlage ist der Kaufpreis
  • Kein Abzug bei Selbstnutzung möglich
  • Erbschaften sind steuerfrei

Was unklar ist

  • Ob weitere Bundesländer 2025 die Steuer erhöhen, ist nicht sicher.
  • Genauer Zeitpunkt der Fälligkeit kann je nach Bundesland variieren.
  • Thüringen wird in einigen 2025er Übersichten mit 5,0 % geführt – eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor.
  • Die genauen Auswirkungen der Grundsteuerreform ab 2025 auf die Kaufnebenkosten sind noch nicht absehbar.

Stimmen aus der Branche

„Je nach Bundesland ist die Steuer unterschiedlich hoch festgesetzt und liegt zwischen 3,5 und 6,5 Prozent.”

– Wüstenrot (Ratgeberportal)

„Die Bundesländer können die Höhe des Grunderwerbsteuersatzes selbst bestimmen.”

– Mußenbrock & Partner (Steuerkanzlei)

„Grundsätzlich ist die Grunderwerbsteuer anhand eines Steuersatzes von 3,5 Prozent zu berechnen.”

– Österreichisches Bundesministerium für Finanzen (Standardsteuersatz AT)

Die Grunderwerbsteuer ist kein Verhandlungsspielraum, sondern eine Festlegung des Bundeslandes. Wer 300.000 Euro für eine Immobilie investiert, muss allein dafür zwischen 10.500 Euro und 19.500 Euro einplanen. Der Unterschied ist reales Geld, das für die Sanierung oder die Tilgung fehlt. Für Käufer in Hochsteuerländern wie NRW oder Brandenburg ist die Kalkulation daher besonders knapp – oder der Blick über die Landesgrenze lohnt sich.

Wer sich für die Steuersätze in Deutschland interessiert, findet in einem Vergleich zur die Grunderwerbsteuer in Österreich spannende Unterschiede.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird die Grunderwerbsteuer bei einem Neubau berechnet?

Die Bemessungsgrundlage ist der gesamte Kaufpreis für Grundstück und Gebäude. Handelt es sich um einen Kauf vom Bauträger, wird der volle Erwerbspreis besteuert.

Fällt Grunderwerbsteuer beim Erwerb eines Erbbaurechts an?

Ja. Das Erbbaurecht gilt als Grundstück im Sinne des Grunderwerbsteuergesetzes. Die Bestellung eines Erbbaurechts unterliegt der Steuer.

Ist die Grunderwerbsteuer bei einer Eigentumswohnung anders als bei einem Haus?

Nein. Der Steuersatz ist identisch. Die Steuer wird auf den Kaufpreis der Wohnung (inklusive Miteigentumsanteil am Grundstück) berechnet.

Welche Strafen drohen bei Nichtzahlung der Grunderwerbsteuer?

Das Finanzamt erlässt einen Steuerbescheid. Wird nicht gezahlt, drohen Säumniszuschläge und im Extremfall die Zwangsvollstreckung – nicht aber eine strafrechtliche Verfolgung.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Hessen?

In Hessen beträgt die Grunderwerbsteuer 6,0 % des Kaufpreises. Dieser Satz gilt seit dem 01.08.2014.

Gilt die Grunderwerbsteuer auch beim Kauf eines unbebauten Grundstücks?

Ja. Der Kauf eines unbebauten Grundstücks unterliegt der gleichen Grunderwerbsteuer wie der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung.

Wie kann ich die Grunderwerbsteuer bei vorzeitiger Rückzahlung des Darlehens absetzen?

Die Grunderwerbsteuer ist unabhängig vom Darlehen. Eine Rückzahlung des Kredits ändert nichts an der bereits gezahlten Steuer. Ein Abzug ist nur bei Vermietung über die Abschreibung möglich.



Elena Rossi
Geschrieben von

Elena Rossi

Guides & Education Lead

Faktengeprüft von Victor Alarcon · Investing & Funds Analyst

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